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Bauwerke

Der Kaufmann und die Kunst

Es geschieht nicht selten, das bestimmte Familien in der Geschichte eines Ortes eine ganz besondere Rolle spielen und auch das Ortsbild entscheidend mit prägen. Für Landstuhl ist das die Familie Benzino, deren Vorfahren aus Norditalien eingewandert sind. Ein Abkömmling dieser Familie, Joseph Benzino, ließ sich von 1841-43 eine Villa im Herzen der Stadt errichten.

Die Villa bewohnte der Kaufmann gemeinsam mit seiner Frau Mathilde, bis er 1863 nach München umzog und als Hofrat die bayrische Politik mitbestimmte. Ab dann diente das Haus in Landstuhl als Sommerresidenz und vor allem zur Unterbringungen seiner gewaltigen Kunstsammlung.

Das "Schlösschen" Villa Benzino Landstuhl

Seit 1843 steht auf dem Grund der Ludwigstraße 12 die Villa Benzino in direkter Nachbarschaft zur Stadtkirche. Mit 21 Metern Länge und 12,5 Metern Breite bot sie ihren Bewohnern und Bauherrn komfortable 525 Quadratmeter Wohnfläche. Genauer gesagt handelt es sich bei der Villa um einen spätklassizistischen Walmdachbau, der durch seine überwiegend rote Farbe direkt ins Auge fällt. An der Straßenseite wertet ein kleiner Balkon das Gebäude weiter auf. Während in Erd- und Obergeschoss Benzino und seine Frau wohnten, befindet sich unter dem Dach noch ein so genanntes Mezzaningeschoss, in dem in kleinen Wohnungen der Bediensteten des Ehepaars untergebracht waren.

Von den Menschen in Landstuhl hat die Villa Benzino kurz nach ihrer Fertigstellung den Spitznamen „Schlösschen“ bekommen, weil es sie an das Stadtschloss der Grafen von Sickingen erinnerte, das 1830 abgerissen wurde. Benzinos Kunstsammlung umfasste am Ende 150 Gemälde. Weil seine Sammlung immer größer wurde, musste die Villa in Landstuhl im Jahr 1864 erweitert werden. Noch heute kann man Teile der Sammlung in der Pfalzgalerie im benachbarten Kaiserslautern bewundern.

Die Familie Benzino in der Pfalz

Benzinos Familie stammte ursprünglich aus der Nähe des Comer See. 1698 taucht ein Andrea Benzino urkundlich als Einwanderer in Kusel auf und ging schließlich nach Landstuhl.

Mit Großhandel auf verschiedenen Gebieten, konnte die Familie bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts bereits ein beachtliches Vermögen anhäufen. In dementsprechend guten Verhältnissen wurde Joseph Benzino groß und gelangte so wohl zu seiner Leidenschaft für die Kunst. Sein Elternhaus war mit prächtigen Gemälden dekoriert und die Flure wurden vom Klang der Hausmusik durchströmt.


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